Film-Branche: The Big Picture

Neuigkeiten der Film- und Kinobranche, die nichts oder wenig mit Box Office zu tun haben
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Leo_Green
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Film-Branche: The Big Picture

Beitrag von Leo_Green » Sonntag 5. April 2026, 14:37

Hey Leute, ich hab mir die Tage Gedanken über das Film-Business an sich gemacht und wollte das mal mit eurer Expertenansicht abgleichen.

Lange war ja das Gefühl, dass Kino im Abstieg ist - vor allem durch die Konkurrenz durch Streaming. Warum sollte ich ins Kino gehen, wenn ich unendlich viele (exklusive) Filme/Serien billiger zu Hause gucken kann. Während in den 00er Jahren Kino riesige Franchises geboren hat, waren es in den letzten 15 Jahren ja vor allem Serien, über die geredet wurde. Und der Kampf um die Aufmerksamkeit ist durch Gaming, YouTube und Social Media natürlich auch immer größer geworden.

Aber: Ich hab das Gefühl, dass die Talsohle erreicht sein könnte.
  • Die Wachtums-Ära vom Streaming ist gefühlt over: Es gibt kaum noch Serien, die richtiger Talk of the Town werden. Netflix und Co. haben selbst immer größere Probleme, durchzudringen und Hypes zu erzeugen. Das Angebot ist einfach zu groß und qualitativ wird v.a. Netflix immer mehr zu dem, was TV-Sender früher waren. Natürlich wird Streaming als riesiger Markt bleiben - aber ich seh da kein riesiges Wachstum mehr.
  • Weniger Ablenkung: Zumindest in meiner Wahrnehmung hat Kino für viele gerade den Vorteil, dass man keine Ablenkung hat und es iwie leichter fällt, das Handy wegzulegen. Und Leute wollen weniger ihr Handy benutzen (auch wenn sie das nicht schaffen)
  • Der Event-Charakter funktioniert: Auch das nur anekdotische Evidenz, aber ich hab schon das Gefühl, dass Leute gerne "das Haus verlassen" wollen und das ein Vorteil für Kino ist, den andere Entertainment-Formen kaum noch haben.
Ich seh aktuell zwar keinen großen Shift, dass Kino wieder ansatzwerise auf ein Niveau von vor 20 Jahren wächst - aber zumindest glaub ich, dass sich das Besucherniveau gerade stabilisiert und es gibt mMn das Potential, dass es wieder bergauf geht.

Natürlich sehe ich auch, dass es riesige Probleme gibt.
  • Es sind fast nur etablierte, riesige Marken, die in den Mainstream durchdringen (Super Mario, Minecraft...). Aber zumindest hat Hollywood offenbar gelernt, wie man solche Marken in Kinoerfolge umwandelt (früher hat das ja "nur" mit Buchverfilmungen geklappt - jetzt scheint man gelernt zu haben, wie man Serien oder Barbie-Puppen in kinotaugliche Storys pressen kann).
  • Man setzt auf zu viel auf Wiederholung. Das löst bei vielen das Gefühl aus, dass im Kino immer das gleiche gezeigt wird (besonders krass natürlich Real-Life-Verfilmungen wie Vaiana nach wenigen Jahren) - aber auch die Frequenz von Superhelden-, Star-Wars- oder den immer gleichen Kinderfilm-Franchises ist einfach too much. Aber zumindest zeigen Erfolge wie Project Hail Mary, dass es auch anders geht und man mit solche Stoffen in kinofernere Milieus vordringen kann.
  • Deutschland entfremdet sich etwas vom US-Markt. Kann sein, dass das schon immer so war, aber v.a. den Superhelden-Hype geht man hier (außer bei Spiderman) ja einfach nicht mehr mit.
  • Deutschland fehlen aktuell die Riesenmarken, um den Mainstream zu erreichen. Früher gab es mit Bully, Till Schweiger und Elyas M'Barek absolute Hit-Garanten. Irgendwie tut sich Deutschland gerade schwer, solche fetten Kinomarken (außerhalb von Kinderfilmen) aufzubauen. Ich glaub aber, dass das eigentlich möglich ist - das europäische Ausland schafft es ja auch und vielleicht ist das starke Q1/26 ja ein zartes Pflänzchen, auf dem man wieder aufbauen kann
  • Und: Anderen (europäischen) Kino-Marken gibt man hier ja keine Chance. Es gibt ja immer wieder absurde Erfolge aus Frankreich, Spanien oder zuletzt Kroatien. Ich würd mich so freuen, wenn man solche Überblockbuster wirklich breit und mit guter Marketing-Strategie starten würde, statt sie in so ner Arthouse-Nische sterben zu lassen - "Ziemlich beste Freunde" oder "Willkommen bei den Sch'tis" hatte doch eigentlich mal gezeigt, dass das möglich ist.
In Short: Kino war lange totgeglaubt, aber könnte sich gerade stabilisieren und ich würde mir wünschen, dass man die richtigen Weichen stellt, dass es wieder richtig bergauf geht.

Das sind alles nur random Gedanken von mir - vielleicht seht ihr das ganz anders undhabt Zahlen, die das Gegenteil zeigen. Oder das sind alles eh No-Brainer, kann ich gar nicht einschätzen haha

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Armand
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Re: Film-Branche: The Big Picture

Beitrag von Armand » Sonntag 5. April 2026, 15:30

Ich kann dir im Großen und Ganzen schon zustimmen, würde aber einige Punkte erweitern/verändern. Nicht Deutschland entfremdet sich vom US-Markt, sondern der gesamte internationale Markt. Sie können sich eben nur noch da durchsetzen, wo es um internationale Marken wie Barby oder Mario geht. Viele der viel zu vielen Metawesen Filme gehen unter und auch andere geplante Blockbuster werden außerhalb der Staaten weitestgehend ignoriert. Das geht auch einher mit der mangelnden Qualität die viel mit Outsourcing (Special Effects) zu tun hat und fehlendem Mut im Kontext der gespaltenen US-Bevölkerung. In vielen internationalen Märkten können dadurch halt zunehmend int. Produktionen auf sich aufmerksam machen.

Enttäuschend finde ich, dass es der europäische Markt derzeit nicht schafft Blockbuster zu generieren. Wo sich US-Produktionen an Gagen und dem allgemein aufgeblähten System an den Budgets übernehmen, könnte man bei uns (Europa) mit schlankeren Strukturen im Bereich von 50-100 Mio. Budget einiges erreichen und hätte auch einen ausreichend großen Markt. Leider gibt es zu viel Kleinstaaterei. Schon allein, dass wir mit James Bond, dem vielleicht größtem Europa Franchises eine 10 Jahre lange Pause einlegen ist beschämend.
Dein Fazit zu Deutschland teile ich und es liegt auch an fehlendem Mut und fehlender Größe bei den Führungspersonen. Ein Bernd Eichinger, hätte in diesen Zeiten längst ein paar Großproduktionen rausgehauen.

Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann (als Anhänger der Star Wars Religion :D ) wo du eine Überfrachtung an Star Wars Kino Filmen siehst. Es gab sicherlich eine Menge halbgare Star Wars Serien Produktionen, aber Kino? 5 Filme in den letzten 20 Jahren, dass schaffen die Metawesen im Schnitt jedes Jahr.

Leo_Green
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Re: Film-Branche: The Big Picture

Beitrag von Leo_Green » Sonntag 5. April 2026, 15:52

Zu Star Wars: Vielleicht hatte ich da zu sehr eine Kollegin im Ohr, die nach langer Zeit mal wieder im Kino war und danach meinte, dass ja alles gleich aussehen würde und dann explizit auch Star Wars genannt hat (fairerweise hat sich auch "Michael" genannt, den man ja kaum als "Die zeigen immer das gleiche" kritisieren kann) :D

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