Das deutsche Drama

Neuigkeiten der Film- und Kinobranche, die nichts oder wenig mit Box Office zu tun haben
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Das deutsche Drama

Beitrag von Taipan » Freitag 26. Juli 2019, 07:47

Ich habe die Diskussion mal in ein neues Thema gepackt, weil es im Wochenende Thread möglicherweise eher untergeht und/oder nicht so richtig zum Thema passt. Hier der Link zum Ursprung:
viewtopic.php?f=11&t=4386&p=67742#p67742
Mara hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juli 2019, 20:55
Taipan hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juli 2019, 06:11
In den Nachbarländern läuft es besser, da es dort eine bessere Filmkultur einheimischer Produktionen gibt, die eben nicht nur aus Komödien besteht.
Das möchte ich auch einmal ketzerisch in Frage stellen: Gibt es dort wirklich bessere einheimische Filme (inkl. oder jenseits von Komödien) oder ist "nur" die Darstellung und die Vermittlung in der Öffentlichkeit und damit letztlich die allgemeine Einstellung zu den einheimischen Produktionen besser? Und sind nicht die ganz großen Hits in und aus (beispielsweise) Frankreich auch Komödien, so dass man oberflächlich betrachtet auch da behaupten könnte, dass es nur Komödien gibt?

Mit Deinem Ratespiel bin ich überfordert, kann aber immerhin die Gegenfrage stellen: Wie sieht's denn für die Nachbarländer aus? Auch ohne 2. Weltkrieg, versteht sich. ;)
Wenn ich richtig gezählt habe, dann ist es genau ein Film in 40 Jahren. Das Wunder von Bern.

Vgl.:
http://insidekino.de/DJahr/DAlltimeDeutsch90.htm
http://insidekino.de/DJahr/D1980-1989.htm

Da ich selbst keine Statistiken führe, kann ich für Frankreich nur auf Marks Link verweisen:
http://insidekino.de/DJahr/FAlltime100.htm

Dort sind Filme mit über sechs Mio. Besuchern aufgeführt und es fehlen somit wahrscheinlich Dutzende französische Filme bis die drei Millionen Grenze erreicht wird, die zusätzlich natürlich stärker zu gewichten ist, als drei Millionen in Deutschland, da Frankreich deutlich weniger Einwohner hat. Alleine bei sechs Mio.+ Besucher gibt es in Frankreich acht Filme, die die Kriterien erfüllen. Dazu wie gesagt noch viele, viele Filme, die über drei Millionen Besucher haben.

Natürlich gibt es sowohl in Frankreich, als auch in Deutschland viele einheimische erfolgreiche Komödien, da Komödien ja in erster Linie vom Wortwitz und Timing sowie "Insiderwitzen" leben und diese Verbindung oft schwer in einer Synchro zu bewerkstelligen ist. Nichtsdestotrotz braucht es halt Dramen.

Natürlich gibt es auch gute deutsche Dramen. Aber eben nicht so erfolgreiche (eine goldene Leinwand auf insgesamt 300 goldene Leinwände in 40 Jahren).

Lola Rennt, Die Welle, Das weiße Band, Das Leben der Anderen, Die weiße Massai, Der Baader Meinhof Komplex, Der kleine Eisbär, Fatih Akin Filme, Anatomie. Alles starke deutsche Filme, aber keiner hat eine goldene Leinwand erreicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Filme als französische "Erfindungen" im Heimatland alle über drei Mio. und viele über sechs Mio. Besucher gehabt hätten.

In Deutschland gibt es diese erfolgreiche Filmkultur nicht.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Taipan » Freitag 26. Juli 2019, 08:31

Die von Dir genannte Self-Fullfilling-Prophecy sehe ich auch ähnlich. Verstärkt wird das mMn dadurch, dass sich bei einigen wirklich großen deutschen Produktionen nicht getraut wird diese auch in deutscher Sprache zu verfassen, sondern aufgrund einer vermuteten besseren internationalen Vermarktung in englisch. Hat es der unendlichen Geschichte, dem Medicus, Der Päpstin oder dem Parfüm etwas gebracht? Ich glaube nicht.

Nur wirken diese Filme dann nicht zu 100% als deutsche Filme bei den Zuschauern. Insbesondere bei Das Parfüm habe ich nicht verstanden, warum man diesen Film nicht auf deutsch verfasst hat. Wenn August Diehl und Ulrich Tukur statt Ben Whishaw und Dustin Hoffmann gespielt hätten, hätte das dem Boxoffice in Deutschland sicher nicht geschadet, die zwei Millionen Dollar in USA hätte es auch mit Untertiteln gegeben und im Rest der Welt hätte es aufgrund von Synchros eh keinen Unterschied gemacht.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mattis » Sonntag 28. Juli 2019, 15:06

Es ist ganz einfach: Wäre Das Parfüm eine komplett deutsche Produktion, dann hätte Eichinger keine $60 Mio zusammenbekommen und der Film sähe vielleicht nicht so glaubwürdig und hochwertig aus, wodurch Zuschauer abgeschreckt worden wären.

Und wie genau definiert sich eigentlich ein 100% deutscher Film? Und wer geht eigentlich ins Kino, um einen deutschen Film von deutschen mit Deutschen zu sehen? Das wäre dann doch eher etwas für ein bestimmtes Klientel, über das wir besser nicht reden.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von arni75 » Sonntag 28. Juli 2019, 16:11

Mattis hat recht: Sobald das Budget achtstellig wird, gehts es eigentlich nur über internationale Koproduktionen, die dann in Englisch oder einem Sprachmix gedreht werden. Sonst gäbe es keinen Cloud Atlas oder Jim Knopf oder ein Parfüm.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Sonntag 28. Juli 2019, 18:27

Vielen Dank für's Hierher-Verlegen (gut gewählter, doppeldeutiger Titel... :mrgreen: ) und die Infos!

Die Liste mit den französischen Erfolgen ist wirklich beeindruckend; da sind auch einige Filme dabei, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie so viele Menschen im Kino gesehen haben. Aber der Prozentanteil an Komödien ist schon auch ziemlich hoch, einige Filme sind schon ziemlich alt und stammen aus noch nicht ganz so stark vom englischsprachigen / US-Kino gefluteten Zeiten und beispielsweise "Die Kinder des Monsieur Mathieu" wäre auch zu streichen wegen 2. Weltkrieg. ;)

Insgesamt denke ich, dass Frankreich ein Ausnahmefall ist, weil es dort tatsächlich eine andere Einstellung zu Kunst (nicht nur Film) gibt. Außerdem haben sie möglicherweise ein besseres Händchen dafür, ernste Thematiken nicht ausschließlich dröge und/oder düster, sondern auch unterhaltsam und dadurch natürlich attraktiver zu inszenieren.

Und wie über der Liste auch erläutert wird: Frankreich hat Stars. Stars, die vielleicht besser behandelt werden als hierzulande? Die man nicht entweder für immer und ewig in ihrer Schublade einsperren will oder ihnen nach ein paar Jahren vorwirft, dass sie ja doch nur immer wieder dasselbe machen oder sie einfach so irgendwann zu hassen beginnt, weil... sie erfolgreich sind?

Was auch noch interessant wäre: Das Verhältnis von Erfolgen zu einheimischen Produktionen insgesamt. Werden in Frankreich evtl. nur einige wenige wirklich große Filme pro Jahr produziert, in die dann auch "alle" gehen? In Deutschland ist die Frequenz über alle Genres ja schon sehr hoch, so dass sich die Zuschauer sehr individuell verteilen. Wenn man sich beispielsweise anguckt, dass die "groß" angelegten und massiv beworbenen Kunstfilme "Werk ohne Autor" und "Dreigroschenoper" letztes Jahr - bei identischer Zielgruppe und sehr ähnlicher Tonalität - praktisch gleichzeitig gestartet sind, braucht man sich nicht wundern, dass beide nur 250.000 statt einer davon 500.000 Leute angezogen hat. (Ich weiß, dass eine halbe Million immer noch viel zu wenig ist, nur so als Grundsatzbeispiel. Und übrigens fallen die für mich beide in die Kategorie "unfassbar dröge". ;))

Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass es in anderen Nachbarländern (und Du schriebst ja im Plural) schon wieder ganz anders aussieht als in Frankreich.


Zu den deutsch-internationalen Filmen schließe ich mich den vorherigen Antworten an. Insbesondere bei der Unendlichen Geschichte kann ich mir nicht vorstellen, dass man all die Tricktechnik seinerzeit als nationale Produktion auch nur ansatzweise hätte wuppen können. Und ich denke schon, dass ein Name wie Dustin Hoffmann zumindest im europäischen Ausland noch einige Zuschauer mehr anzieht als Ulrich Tukur. Die US-Amerikaner sind sowieso hoffnungslos egozentrisch, da ist es in der Tat egal. :roll:


Ehrlich gesagt gehe ich tatsächlich oft (auch) deshalb ins Kino, um einen deutsch(sprachig)en Film mit deutsch(sprachig)en Schauspieler/innen, die deutsch sprechen (und das auch bei den Aufnahmen getan haben) zu sehen. Ob der Film auch von Deutsch(sprachig)en gemacht / finanziert wurde, ist mir egal, aber das ist dann in der Regel automatisch der Fall. "Einem bestimmten Klientel" anzugehören, dagegen möchte ich mich aber entschieden verwehren.

Mein Grund dafür ist, dass sowohl (nicht-lippensynchrone) Synchro als auch das Schauen in Nicht-Muttersprache mit oder ohne Untertitel (abgesehen davon, dass ich leider sowieso nur ganz schwer an OVs oder OmUs rankomme) der uneingeschränkten Wahrnehmung des Films im Weg stehen. Die vertraute und ohne Barriere verstandene Muttersprache sowohl bei Sprecher als auch Hörendem ermöglicht aus meiner Sicht einfach den authentischsten, stärksten und wirkungsvollsten Ausdruck.

Natürlich ist das je nach Filmgenre mal mehr und mal weniger relevant. ;)

Übrigens hatte mich damals beim Schauen von Jim Knopf am Hauptdarsteller irgendwas irritiert - erst hinterher habe ich dann gelesen, dass der Junge aus England stammt und (als ziemliche Ausnahme im Cast) aus einer Fremdsprache synchronisiert wurde. Sowas kann also durchaus auffallen und stören.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Lativ » Sonntag 4. August 2019, 14:37

Es existiert ein Interesannter Beitrag 'Vive la France' auf Blickpunktfilm, verlinken darf ich ihn wahrscheinlich nicht aber zumindest darauf aufmerksam machen.

Es wird das Franz. Kino unter die Lupe genommen, mit dem hiesigen Markt verglichen und erklärt worin die unterschiede liegen und warum das Franz. Erfolgsmodell heute das ist was es ist.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Armand » Sonntag 4. August 2019, 17:23

Lativ hat geschrieben:
Sonntag 4. August 2019, 14:37
Es existiert ein Interesannter Beitrag 'Vive la France' auf Blickpunktfilm, verlinken darf ich ihn wahrscheinlich nicht aber zumindest darauf aufmerksam machen.

Es wird das Franz. Kino unter die Lupe genommen, mit dem hiesigen Markt verglichen und erklärt worin die unterschiede liegen und warum das Franz. Erfolgsmodell heute das ist was es ist.
Danke für den Hinweis, der Beitrag ist wirklich lesenswert. :Up:

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von student a.d. » Montag 5. August 2019, 10:14

Lativ hat geschrieben:
Sonntag 4. August 2019, 14:37
Es existiert ein Interesannter Beitrag 'Vive la France' auf Blickpunktfilm, verlinken darf ich ihn wahrscheinlich nicht aber zumindest darauf aufmerksam machen.

Es wird das Franz. Kino unter die Lupe genommen, mit dem hiesigen Markt verglichen und erklärt worin die unterschiede liegen und warum das Franz. Erfolgsmodell heute das ist was es ist.
Klar kannst du verlinken. :)
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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Montag 5. August 2019, 21:12

Auch von mir vielen Dank für den wirklich interessanten Artikel! :)

Ein paar Gedanken meinerseits dazu:

Die von mir gestellte Frage, ob es in Frankreich weniger einheimische Produktionen gibt, die dafür größer herauskommen, wird darin leider nicht beantwortet. Auch bin ich nicht der Meinung, dass das angeführte Hineinstecken von mehr Geld in einheimische Produktionen automatisch zu besserer Qualität / größerem Publikumszuspruch führt, gerade weil die französischen Hits eher nicht auf aufwändiger Tricktechnik oder Superstars mit Extremgagen beruhen.

Einen nationalen Anteil von ca. einem Viertel hierzulande finde ich (angesichts dessen, dass sowohl das große technische Spektakel als auch die großen Stars eben aus Hollywood kommen) eigentlich gar nicht so schlecht - hier würde ich dabei bleiben, dass eher Frankreich mit 40 % eine Ausnahmestellung einnimmt, als dass Deutschland besonders schlecht dasteht.

Die Sache mit dem geringen Sitzkomfort könnte man immerhin dahingehend interpretieren, dass der oft als Rettung beschworene Weg des immer größeren Luxus eben nicht das Seligmachende ist.

Auch der Punkt mit der deutlich besseren Verfügbarkeit von Leinwänden spricht gegen die Konzentration an einigen wenigen, dafür umso größeren und komfortableren Standorten, wie sie hier oft propagiert / betrieben wird.

Die französische Preispolitik andererseits wäre für mich persönlich ziemlich ungünstig. Vormittags muss ich arbeiten, in eine der Rabattgruppen falle ich auch nicht, und für eine Flatrate bin ich viel zu wenig "kinokonstant". Gut, letzteres Problem könnte sich in Kombination damit entschärfen, wenn "alle Kinos alles" zeigen würden, so dass ich mir die Filme, die mich interessieren, nicht mühsam in mehr als einem halben Dutzend Kinos in der Region zusammenklauben müsste...

Generell generieren Flatrates aber natürlich mehr Kinobesuche, da zum "Abgucken" des Monatspreises eben auch Filme mitgenommen werden, die nicht so interessieren - Netflix funktioniert ja nach demselben Prinzip. Andererseits glaube ich, dass "hohe Preise für sporadische Kinogänger" nur vor dem Hintergrund eines sowieso schon hohen Kinointeresses funktionieren und sich hierzulande fatal auswirken würden.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Invincible1958 » Montag 5. August 2019, 21:29

Mara hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 21:12
Die französische Preispolitik andererseits wäre für mich persönlich ziemlich ungünstig. Vormittags muss ich arbeiten ...
Es gibt auch in Deutschland Kinos, in denen die Preise nach Tageszeit gestaffelt sind:
https://www.magazinfilmkunst.de/preise- ... lungen.php

Und aus England kenn ich das auch. Scheint keine rein französische Sache zu sein.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Lativ » Dienstag 6. August 2019, 16:22

Armand hat geschrieben:
Sonntag 4. August 2019, 17:23
Danke für den Hinweis, der Beitrag ist wirklich lesenswert. :Up:
Mara hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 21:12
Auch von mir vielen Dank für den wirklich interessanten Artikel! :)
Sehr gern.


Luxus ist so ne sache, es benötigt keinen Ledersessel mit Fußlehne inkl. Getränkehalter, sicher ist MAL ganz nett aber im grunde gehen wir ins Kino um sich 2-3 Std. zu vergnügen und nicht um zu Campen. Auch auf die Gefahr hin mich zum x-ten mal zu wiederholen, das was ich mir wünsche ist das z.b. Snacks und nicht aus Faulheit sondern Service für den man gern bezahlt wie früher direkt an den Sitz gebracht werden bzw. dort angeboten wird. Und seien wir ehrlich, die Nachos sollte man verbannen, Popcorn, Gummibären und Schokolade reicht sonst gibts bald noch Burger und Hot Dog's im Saal, teilweise eine extreme geruchs und Geräuschbelästigung.

Was die Preispolitik betrifft, das geht ja schon zu wie an der Tankstelle, morgens günstig abends Teuer. Die Preise sollten Fair und nachvollziehbar sein und nicht aus zig zuschlägen wie beim Fluganbieter bestehen. Ein Film muss nicht am Wochenende teurer sein als Werktags.

Zum Einheimischen Film, geld ist das eine, ideen, gute ideen das ganz andere das entscheidende !
Keine Geschichtliche selbst Geißelung und das permanente einflößen vom Schuldgefühlen. Der Deutsche Film sollte mehr zu bieten haben als eine Machtmarionette, eine Betonbarriere und Sex und Fäkalspiele.
Beim Blick nach Frankreich werd ich Gelb, aber immernoch mit einem Lächeln im Gesicht weil es so schön ist wie sie ihre Kultur Zelebrieren.

Parkplätze natürlich für Kinobesucher wenn vom Kino angeboten frei. Wie Kontrollieren, naja je nach dauer errechnet sich der Preis und beim Abscannen des Kinotickets erlischt er. Sicher lässt sich das auch Austricksen aber 100 % Sicherheit gibt es nicht.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Dienstag 6. August 2019, 22:41

Invincible1958 hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 21:29
Es gibt auch in Deutschland Kinos, in denen die Preise nach Tageszeit gestaffelt sind:
Klar gibt's hier auch Matineen, die aber oft kommunal oder sonstwie gefördert sind und/oder ältere Filme nachspielen und daher dann günstiger sind.

Einen regulären Spielbetrieb mit aktuellen Filmen am Vormittag kenne ich aber eigentlich nur vereinzelt sonntags. Den Artikel interpretiere ich allerdings so, dass es in Paris täglich schon am Morgen beginnt und dann auch das "normale" Programm angeboten wird.

In jedem Fall müssen es so viele Vorstellungen sein, dass sie den Durchschnittspreis relevant beeinflussen können. Ich bezweifle, dass die Handvoll Matinee- und anderen Sonntagsmorgens-Vorstellungen in Deutschland, selbst wenn sie günstiger sind, den Durchschnitt drücken können.

Lativ hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 16:22
Luxus ist so ne sache, es benötigt keinen Ledersessel mit Fußlehne inkl. Getränkehalter, sicher ist MAL ganz nett aber im grunde gehen wir ins Kino um sich 2-3 Std. zu vergnügen und nicht um zu Campen.
Das im Artikel klang allerdings nach so richtig unbequem und eng, nicht nur nach "kein Extra-Luxus". Ich hatte da sofort so einen 70er-Jahre-Holzklassen-Charme vor Augen. :lol: Halbwegs bequem möchte ich schon auch sitzen und mich auch ein bisschen "rumlümmeln" können ;), gerade wenn's mal wieder an die 3 Stunden geht.

Lativ hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 16:22
Auch auf die Gefahr hin mich zum x-ten mal zu wiederholen, das was ich mir wünsche ist das z.b. Snacks und nicht aus Faulheit sondern Service für den man gern bezahlt wie früher direkt an den Sitz gebracht werden bzw. dort angeboten wird. Und seien wir ehrlich, die Nachos sollte man verbannen, Popcorn, Gummibären und Schokolade reicht sonst gibts bald noch Burger und Hot Dog's im Saal, teilweise eine extreme geruchs und Geräuschbelästigung.
Ich kenne ein Kleinstadtkino, wo tatsächlich richtige Mahlzeiten sowie Cocktails, Wein etc. am Platz serviert werden. Gehe da nur ungerne hin, u.a. auch weil es eeeeewig dauert, bis der Film mal losgeht, aber manchmal kann ich's nicht vermeiden.

Warum es ein Problem ist, Popcorn, Schokolade und Co. an der Kasse mitnzuehmen, kann ich nicht nachvollziehen. Es könnte mir natürlich egal sein, aber das Problem ist halt, wie erwähnt, dass die Bedienung am Platz zusätzlich zur Werbung noch richtig Zeit wegfrisst. Wenn aber dafür die Werbung entsprechend gekürzt wird, soll's mir recht sein. ;)

Lativ hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 16:22
Ein Film muss nicht am Wochenende teurer sein als Werktags.
Wenn das heißt, dass es am Wochenende billiger wird und nicht unter der Woche teurer, habe ich nichts dagegen. ;) Aber einen geringfügigen Wochenendzuschlag kann ich auch gut verstehen - schließlich muss den Angestellten ja ggf. auch mehr gezahlt werden. Mittlerweile sind die Unterschiede aber teilweise riesig und in manchen Kinos dauert das "Wochenende" 3/4 der Woche... :roll:

Lativ hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 16:22
Zum Einheimischen Film, geld ist das eine, ideen, gute ideen das ganz andere das entscheidende !
Keine Geschichtliche selbst Geißelung und das permanente einflößen vom Schuldgefühlen. Der Deutsche Film sollte mehr zu bieten haben als eine Machtmarionette, eine Betonbarriere und Sex und Fäkalspiele.
Beim Blick nach Frankreich werd ich Gelb, aber immernoch mit einem Lächeln im Gesicht weil es so schön ist wie sie ihre Kultur Zelebrieren.
Nein, tut mir leid, so eine Aussage kann ich nicht akzeptieren. Wenn sowas von jemandem kommt, der einmal im Jahr ins Kino geht und dem auf die Frage nach einem deutschen Film nur Fack ju Göhte einfällt, OK, der weiß es halt nicht besser. Aber jemand, der kinonerdig genug ist, sich in so einem Forum herumzutreiben, sollte besser darüber Bescheid wissen, wie viele und unterschiedliche Filme es hierzulande gibt.

Von meinen bisher 19 Kinobesuchen dieses Jahr waren 9 deutsche Filme, und davon hatten nur 3 etwas mit 2. Weltkrieg oder DDR zu tun und Fäkalhumor hatte gar keiner. Ansonsten eine breite Palette von lustig über romantisch bis berührend und erschütternd, von "Hirnabschalt-Unterhaltung" bis lehrreich.

Natürlich wird auf die deutsche Geschichte (wie auch den platten Schenkelklopfhumor) gerne zurückgegriffen - weil diese Genres einfach erfolgreich sind, weil die Leute es sehen wollen. Und außerdem sind Naziverbrechen und DDR unabänderlich ein wichtiger Teil unserer Kultur, wodurch sich zwangsweise ergibt, dass die Themen da sind, die persönlichen Bezüge und Interessen der Filmemacher etc. In Frankreich ist beispielsweise das Essen ein bedeutender Teil der Kultur - und wie viele französische Filme drehen sich ums Essen und Trinken...?! (Versuche gerade, das gedanklich auf Deutschland zu übertragen - oh mein Gott! :lol: )

Es hilft nichts, rumzujammern, dass die deutsche Mentalität und damit der deutsche Film nicht französisch(er) sind. Es ist nunmal so, ob es nun das fehlende mediterrane Element ist oder die Last der Geschichte oder noch länger zurückreichende preußische Einflüsse, was uns die Leichtigkeit nimmt und es uns so schwer macht, uns selbst positiv zu sehen und darzustellen. Man kann nur daran arbeiten, aus dem "Gepäck", das wir nun mal haben, die Qualitäten herauszuholen.

Definitiv nicht besser wird es aber jedenfalls dadurch - wie auch schon in meinem letzten Beitrag im vorherigen Thread geschrieben - dass man alles pauschal schlechtredet und den Blick auf deutsche Filme so verengt. Und gnadenlos darauf einprügelt, wenn mal jemand versucht, etwas anderes zu machen - wie etwa bei Traumfabrik passiert.

Lativ hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 16:22
Parkplätze natürlich für Kinobesucher wenn vom Kino angeboten frei.
Da kann ich mich Dir wieder anschließen. Ich dachte letztens auch, mich trifft der Schlag, als ich auf Vorstellungssuche mal wieder ein anderes Kino in Betracht gezogen hatte. "Kino-Sonderpreis" im Parkhaus 5 Euro für 3 Stunden. :shock: Und diese Zeit reicht ja u. U. noch nicht mal für die mittlerweile fast immer 2 Stunden langen Filme, plus Werbung, plus Puffer, plus Hin- und Zurücklaufen...

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Invincible1958 » Mittwoch 7. August 2019, 10:48

Mara hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 22:41
Invincible1958 hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 21:29
Es gibt auch in Deutschland Kinos, in denen die Preise nach Tageszeit gestaffelt sind:
Klar gibt's hier auch Matineen, die aber oft kommunal oder sonstwie gefördert sind und/oder ältere Filme nachspielen und daher dann günstiger sind.
Ich habe ja nicht geschrieben, dass es in vielen Kinos in Deutschland der Fall ist.
Aber ich habe ja einen Link zu einem Kino mitgeliefert. Und da wird alles mögliche vor 16:30 Uhr gespielt, keine alten Filme.
Zur Zeit läuft viel "Leid und Herrlichkeit" (Pedro Almodóvar), "Yesterday" (Danny Boyle) und "Anna" (Luc Besson).

Was ich damit sagen wollte: jedes Kino und jede Kinokette kann sich ja selbst eine Preisstruktur überlegen, die für den eigenen Betrieb am besten funktioniert.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Mittwoch 7. August 2019, 22:56

Invincible1958 hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 10:48
Ich habe ja nicht geschrieben, dass es in vielen Kinos in Deutschland der Fall ist.
Aber ich habe ja einen Link zu einem Kino mitgeliefert. Und da wird alles mögliche vor 16:30 Uhr gespielt, keine alten Filme.
Zur Zeit läuft viel "Leid und Herrlichkeit" (Pedro Almodóvar), "Yesterday" (Danny Boyle) und "Anna" (Luc Besson).

Was ich damit sagen wollte: jedes Kino und jede Kinokette kann sich ja selbst eine Preisstruktur überlegen, die für den eigenen Betrieb am besten funktioniert.
"Vor 16:30" ist allerdings nochmal was anderes als ab oder sogar vor 10:00, wie es im Artikel heißt. Ab +/- 14:00 läuft natürlich in vielen Kinos eine ganz normale Programmschiene. In dem von Dir verlinkten Kino scheint 15:30 oder 16:00 (außerhalb von Matineen) der übliche Vorstellungsbeginn zu sein, der dann unter diesen vergünstigten Preis fällt.

Natürlich kann jedes Kino selbst schauen, wie es seine Preise am besten gestaltet und ich habe auch nichts dagegen, wenn unattraktive Zeiten günstiger angeboten werden, um dadurch ein paar mehr Zuschauer anzulocken. So eine Tageszeitstaffelung scheint mir hierzulande aber wirklich ein Ausnahmefall zu sein; jedenfalls kenne ich das von den Kinos, in die ich gehe, praktisch nicht. Eins hat nachmittags einen reduzierten Kinderpreis, der abends nicht gilt. Ein anderes hat (für alle) günstigere Kinder- und Jugendkinovorstellungen, die früher am Tag liegen als ansonsten meist. Aber das ist strenggenommen schon wieder ein anderer Ansatz.

Im Artikel klang mir das aber jedenfalls nach einem allgemeinen Prinzip sowie ein bisschen nach "wir machen's da billig, wo sowieso keiner kann, und schlagen dafür bei den Vorstellungen, in die die meisten Leute zeitbedingt wohl oder übel gehen müssen, so richtig zu".


Nachdem wir hier die ganze Zeit über Frankreich reden, fiel mir übrigens auf, dass ich nur sehr selten französische Filme im Kino sehe. In den letzten 10 Jahren waren es in der Tat gerade mal 5: Das Geheimnis der Bäume, Mademoiselle Populaire, Ziemlich beste Freunde, Unsere Ozeane und die Sch'tis (erster Teil). :oops:

Ich vermeide sie nicht gezielt, aber wenn ich darüber nachdenke, fehlt mir meistens das entscheidende Quäntchen, das der Auslöser ist, nicht auf die TV-Ausstrahlung warten zu wollen. Die populären "Wohlfühl-Filme" und Komödien wirken auf mich oft irgendwie zu berechnet und berechenbar; anderes erscheint mir dann wiederum zu künstlerisch-verkopft, um mich gefühlsmäßig ansprechen zu können.

Offenbar geht der französische Filmstil also ein bisschen an mir vorbei, während der deutsche eher trifft. Bin wohl komisch. ;)

Aber für den Herbst steht auf jeden Fall noch Grace a Dieu auf meinem Plan, mal sehen, ob's dann auch klappt...

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Taipan » Dienstag 13. August 2019, 06:02

Vielleicht sollte auch ein bisschen mehr Augenmerk auf Marketing gelegt werden (war glaub ich auch ein Nebensatz in dem Artikel). Besonders viel Werbung für Kinofilme sehe ich nicht an Bushaltestellen, Litfasssäulen etc.

Zusätzlich täte auch ein Franchise dem deutschen Film mal ganz gut. Früher gab es die Karl May und Edgar Wallace Verfilmungen zB.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Mittwoch 14. August 2019, 22:30

Taipan hat geschrieben:
Dienstag 13. August 2019, 06:02
Vielleicht sollte auch ein bisschen mehr Augenmerk auf Marketing gelegt werden (war glaub ich auch ein Nebensatz in dem Artikel). Besonders viel Werbung für Kinofilme sehe ich nicht an Bushaltestellen, Litfasssäulen etc.
Ja, sowas hat man früher(TM) mehr gesehen. Dann aber bitte auch mit gut gemachten, atmosphärischen Plakaten, keine öden 08/15-Gesichtsmontagen. :roll:

Zusätzlich täte auch ein Franchise dem deutschen Film mal ganz gut. Früher gab es die Karl May und Edgar Wallace Verfilmungen zB.
Eberhofer? ;)

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Taipan » Samstag 17. August 2019, 04:52

Mara hat geschrieben:
Mittwoch 14. August 2019, 22:30
Taipan hat geschrieben:
Dienstag 13. August 2019, 06:02
Zusätzlich täte auch ein Franchise dem deutschen Film mal ganz gut. Früher gab es die Karl May und Edgar Wallace Verfilmungen zB.
Eberhofer?
Ich musste erstmal googlen wer das überhaupt ist. Weiß nicht, ob es an mir liegt oder eher daran, dass ich nicht aus Bayern komme ;)
Wie dem auch sei, ist das ja aber auch wieder eine Komödie.

Ich dachte auch eher an Verfilmungen von bereits bekannten Werken, wie die beiden von mir genannten. Klar wir haben in Deutschland jetzt keine große Comic Kultur, wie in USA oder im französischsprachigen Raum, die sich für Verfilmungen eignet. Dafür haben wir aber sehr langlaufende, erfolgreiche Pulps, bzw. Romanhefte und eine starke Hörspielkultur. Ich frage mich, warum in dieser Hinsicht nicht mal etwas versucht wird.

Wenn man zB John Sinclair mal in gut verfilmen und sich dabei weitestgehend ans Original halten würde (und es nicht so macht wie RTL), dann hätte dieser Stoff mMn ein gutes Potential für ein erfolgreiches Franchise. Falls das dann funktionieren sollte, wäre vielleicht sogar der Mut da, um im nächsten Schritt etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und zB Perry Rhodan vernünftig auf die Leinwand zu bringen.

Diese beiden Heftserien laufen seit über 40 Jahren. Da sollten sich doch genug Genre interessierte Zuschauer finden lassen, wenn natürlich -wie gesagt- die Qualität stimmt.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von kinofan43 » Donnerstag 22. August 2019, 15:03

Kann mir ja jemand erklären, welche Schnarchnasen in dem Gremium sitzen, der deutschen Kandidaten für den Auslandsoscar aussucht? Da hat man einen Topfilm wie "Der Junge muss an die Frische Luft", der von Kritikern gelobt, einen haufen Zuschauer hatte, da hat man einen Film mit Elias M-Barek mit Der Fall Collini und was sucht man aus? Einen Film der keine Sau in Deutschland gesehen hat und um den sich auch dementsprechend keine Sau kümmert. Irgendwie haben diese Kunstfilmfetischisten eine Allergie gegen erfolgreiche deutsche Filme. Dabei ist gerade auch Der Junge muss an die Frische Luft künstlerisch wertvoll. Wie dumm kann man eigentlich sein?

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von arni75 » Donnerstag 22. August 2019, 15:36

Der Film startet auch erst noch und die positiven Kritiken sind sicher nicht aus der Luft gegriffen. Soll man denn mit einem Feelgood-Drama über eine im Ausland unbekannte Person ankommen oder schon wieder ein NS-Thema aufgreifen? Ich finde es hingegen mutig und angebracht, endlich mal etwas Neues/Anderes zu wagen.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von kinofan43 » Donnerstag 22. August 2019, 17:27

arni75 hat geschrieben:
Donnerstag 22. August 2019, 15:36
Der Film startet auch erst noch und die positiven Kritiken sind sicher nicht aus der Luft gegriffen. Soll man denn mit einem Feelgood-Drama über eine im Ausland unbekannte Person ankommen oder schon wieder ein NS-Thema aufgreifen? Ich finde es hingegen mutig und angebracht, endlich mal etwas Neues/Anderes zu wagen.
Selbst wenn man den Hintergrund um Hape Kerkeling nicht kennt im Ausland. Das Thema des Films ist, wie geht ein Kind mit dem Tod seiner Mutter um. Das versteht man auch spielend im Ausland. Wie gesagt die Kunstfilmfetischisten sind halt allergisch gegen Filme die ein großes Publikum angesprochen haben. Deswegen holt man so einen Scheiß wie Systemsprenger. Außerdem ob der Film noch nicht gestartet ist, macht auch keinen großen Unterschied. Denn wenn den mehr als 10.000 Menschen sehen, wäre ich sehr überrascht. Da wäre mir Der Junge muss an die Frische Luft oder Der Fall Collini lieber gewesen.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von mercy » Donnerstag 22. August 2019, 17:47

Ich weiß gar nicht, ob der Junge überhaupt zur Debatte stehen würde, da er 2018 gestartet ist und strenggenommen nicht zum Filmjahr 2019 zählt.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Invincible1958 » Donnerstag 22. August 2019, 17:51

mercy hat geschrieben:
Donnerstag 22. August 2019, 17:47
Ich weiß gar nicht, ob der Junge überhaupt zur Debatte stehen würde, da er 2018 gestartet ist und strenggenommen nicht zum Filmjahr 2019 zählt.
Doch, alle Filme von der letztjährigen Deadline bis zur diesjährigen Deadline am 1. Oktober wären möglich.
Sonst könnten Filme, die im Heimatland im Oktober, November oder Dezember starten, ja nie für einen Oscar nominiert werden.

Die Kritiken zu "Systemsprenger" sind allerdings mehr als durchwachsen, wenn man den Punkt "Rezensionen" im Wikipedia-Artikel durchliest.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von Mara » Donnerstag 22. August 2019, 22:18

Mich freut es für Systemsprenger, denn alles, was ich bisher davon gesehen habe, war stark.

Der Junge muss an die frische Luft ist der zweite der vorausgewählten Filme, dem ich es gegönnt und bei dem ich die Nominierung zu 100 % verstanden hätte.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Entscheidung so gefallen ist, weil die Auslandsoscars doch sehr "kunstlastig" sind.

Der Fall Collini hat mich durchaus auch überzeugt, aber für das Oscar-Rennen habe ich ihn nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Nicht wegen des Nazi-Themas, sondern weil ich finde, dass das letzte Quäntchen fehlt, das aus einem sehr guten einen Über-Film macht.

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Kinojahr 2019: 30 Besuche, 184 €, TOP: Astrid, Die Gefährten (SEE), Der Junge muss an die frische Luft, Fall Collini, mid90s, Rocketman, Atlas, Tolkien, Styx, I am Mother, Systemsprenger, Joker, Parasite

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von kinofan43 » Freitag 23. August 2019, 14:53

Mara hat geschrieben:
Donnerstag 22. August 2019, 22:18
Mich freut es für Systemsprenger, denn alles, was ich bisher davon gesehen habe, war stark.

Der Junge muss an die frische Luft ist der zweite der vorausgewählten Filme, dem ich es gegönnt und bei dem ich die Nominierung zu 100 % verstanden hätte.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Entscheidung so gefallen ist, weil die Auslandsoscars doch sehr "kunstlastig" sind.

Der Fall Collini hat mich durchaus auch überzeugt, aber für das Oscar-Rennen habe ich ihn nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Nicht wegen des Nazi-Themas, sondern weil ich finde, dass das letzte Quäntchen fehlt, das aus einem sehr guten einen Über-Film macht.

Mara
Einen Film wie Der Junge muss an die frische Luft so derart gefühlvoll zu inszenieren, ohne das es kitschig wird, so witzig zu inszenieren, ohne das es eine Klamotte wird, ist auch eine Kunst. Glaubt doch niemand , das Systemsprenger auch nur annähernd eine Chance hat nominiert zu werden.

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Re: Das deutsche Drama

Beitrag von mercy » Freitag 23. August 2019, 17:37

Hast du den Film bereits gesehen, um solche - mitunter beleidigende - Urteile fällen zu dürfen?

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